EUROPAS VERHÄLTNIS ZUM ORIENT

WITIKER GESPRÄCHE

Krieg in Syrien, Flüchtlinge aus dem nahen und mittleren Osten, islamistisch motivierte Terroranschläge – solche Ereignisse und ihre Auswirkungen auf Europa reihen sich ein in die lange Geschichte des komplexen Verhältnisses zwischen unserem Kontinent und dem Orient. Je nach Epoche hat Europa fasziniert oder misstrauisch nach Osten geblickt. An diesen historischen und kulturellen Hintergründen kommt nicht vorbei, wer die entsprechenden aktuellen Herausforderungen für Europa verstehen will und eine Antwort auf die Frage nach der europäischen Identität und den Werten des sogenannt christlichen Abendlandes sucht.

Die Witiker Gespräche 2018 widmen sich dem vielschichtigen und vielgesichtigen Verhältnis Europas zum Orient. Der erste Abend bietet einen Überblick aus historischer Sicht. Der zweite Anlass veranschaulicht an der Türkei exemplarisch das spannungsvolle Verhältnis. Ausgesprochen oder unausgesprochen ist diese Beziehung wesentlich geprägt durch das Nebeneinander von Christentum und Islam. Daher stellt die dritte Veranstaltung die Frage nach der Vereinbarkeit oder Unvereinbarkeit der beiden Kulturkreise aus religiöser und philosophischer Sicht. Am letzten Abend diskutieren wir, wie in der Schweiz das Zusammenleben von Menschen dieser Kulturen und Religionen konkret funktioniert.

Hören Sie zu, diskutieren Sie mit und denken Sie nach. Gastgeber sind die evangelisch-reformierte, die römisch-katholische Kirchgemeinde Witikon sowie die Paulus Akademie.

lieu

Saal der Katholischen Kirchgemeinde Maria Krönung (früher Paulus Akademie), Carl Spitteler-Str. 44, 8053 Zürich

commencement

Mittwoch, 10.01.2018, 19.30 Uhr

fin

Mittwoch, 31.01.2018, 21.00 Uhr

remarques

PROGRAMM
Mittwoch, 10. Januar 2018, 19.30–21.00 Uhr
Einflüsse des Orients auf Europas jüngere Geschichte

Die Kultur Europas verdankt sich auch dem Orient. Trotzdem oder gerade deswegen ist im Okzident das Verhältnis zum Orient über weite Strecken nicht als harmonisch, sondern als ambivalent wahrgenommen worden. Immer wieder hat man sich vor Gefahren aus «dem Osten» bedroht gesehen. Dr. Felix Konrad von der Universität Basel legt dar, inwiefern dieses spannungsvolle Verhältnis die jüngere Geschichte Europas beeinflusst hat.
Moderation: Prof. Dr. Erich Bosshard-Nepustil

Mittwoch, 17. Januar 2018, 19.30–21.00 Uhr
Brennpunkt Türkei

Geradezu exemplarisch spiegelt sich das wechselvolle Verhältnis Europas zum Orient in der Geschichte der Türkei. Galt sie seit Atatürk als Modell einer modernen Gesellschaft, kann davon heute keine Rede mehr sein. Erdoðans repressive Politik scheint das Land in die Vergangenheit zu katapultieren. Prof. Dr. Hans-Lukas Kieser von der Universität Zürich skizziert die jüngste Geschichte der Türkei und analysiert ihre Rolle an der Schnittstelle zwischen Europa und Nahem Osten.
Moderation: Hans-Peter von Däniken

Mittwoch, 24. Januar 2018, 19.30–21.00 Uhr
Der Orient im christlichen Abendland

Der Untergang des Abendlands wird wieder ausgerufen. Die Kultur des Orients verbunden mit dem Islam fordert Europa heraus, nach seiner eigenen Identität zu fragen. Ist Europa ein durch die Aufklärung geprägter Kulturkreis mit verbindlichen Werten? Es diskutieren: Amira Hafner-Al Jabaji Amira, muslimische Islamwissenschaftlerin, P. Dr. Christian Rutishauser SJ, Provinzial der Schweizer Jesuiten, und der Philosoph Prof. Dr. Francis Cheneval, Universität Zürich.
Moderation: Bernd Siemes

Mittwoch, 31. Januar 2018, 19.30–21.00 Uhr
Musliminnen und Muslime in der Schweiz

Wie viel Integration kann, soll oder muss sein? Der letzte Abend fokussiert auf konkrete Orte, Projekte, Beispiele einer gelungenen oder aber nicht gelingenden Integration von Musliminnen und Muslimen (mit Migrationshintergrund). Es diskutieren Fabian Baumgartner, Redaktor NZZ, Sakib Halilovic, Imam der Islamischen Gemeinschaft Bosniens in Schlieren, und Dr. Andreas Tunger-Zanetti, Zentrum Religionsforschung, Universität Luzern.
Moderation: Renate Bosshard-Nepustil

conduction

Renate Bosshard-Nepustil, Pfrn, ev.-ref. Kirchgemeinde Witikon
Prof. Dr. Erich Bosshard-Nepustil, Pfr, ev.-ref. Kirchgemeinde Witikon
Bernd Siemes, Pastoralassistent, röm.-kath. Kirchgemeinde Witikon
Hans-Peter von Däniken, Dir. Paulus Akademie

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prix

Der Eintritt ist gratis. Kollekte zur Deckung der Unkosten. Empfohlen: CHF 10.00 pro Abend.
Keine Anmeldung erforderlich.

inscription

Für diese Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich.

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